Bestimmung des Hb-Wertes


Die Bestimmung des Hämoglobinwertes (Hb-Wert) im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge

Was ist Hämoglobin und welche Funktion besitzt es?

Als Hämoglobin (Hb) wird der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bezeichnet. Er dient dazu, den eingeatmeten Sauerstoff in der Lunge zu binden und über den Blutkreislauf den einzelnen Organen zuzuführen. Nach Abgabe des Sauerstoffs an die Organe und gleichzeitiger Aufnahme von Kohlendioxid, transportiert das Hämoglobin das Kohlendioxyd über das Blut wieder an die Lungen, wo es ausgeatmet wird. Des Weiteren ist das Hämoglobin maßgeblich daran beteiligt, den pH-Wert im Körper in einem konstant Niveau zwischen 7,35 und 7,45 zu halten.

Welche Arten Hämoglobin gibt es?

Im menschlichen Körper können drei verschiedene Arten von Hämoglobin vorgefunden werden: HbA1, HbA2 und HbF, wobei sich deren Anteile im Körper im Laufe des Lebens ändern. Während das Hämoglobin bei ungeborenen Kindern bis zum dritten Monat lediglich aus HbF, das den Sauerstoff am stärksten zu binden vermag, besteht, fängt der Körper ab dem vierten Monat an, HbA1 zu bilden. Erblickt das Kind das Licht der Welt, bestehen bereits 20 – 35 Prozent des Gesamthämoglobins aus HbA1. Im Erwachsenenalter steigt der Prozentsatz auf rund 98 Prozent und einen kleinen Prozentsatz von ca. 2 Prozent HbA2 an.

Ein Erwachsener von 70 kg Körpergewicht weist ungefähr einen Anteil von 800 g Hämoglobin im Blut auf. Täglich werden rund 6 bis 6,5 Gramm abgebaut und wieder neugebildet. Als Normwerte für den Hb-Wert gelten bei einem Umrechnungsfaktor von g/dl x 0,621= mmol/l für Männer Werte zwischen 14 - 17,5 g/dl, oder 8,7 - 10,9 mmol/l und für Frauen 12,0 - 15,5 g/dl, oder 7,5 - 9,6 mmol/l.

Der Hb-Wert und die Schwangerschaft
 

Der Hb-Wert wird normalerweise bestimmt, wenn außerhalb einer Schwangerschaft beispielsweise der Verdacht einer Anämie (Blutarmut) oder Polyglobulie (Erhöhte Anzahl der roten Blutzellen im Blut) vorliegt. Im Rahmen der Schwangerschaft dient der Bluttest vornehmlich der Bestimmung des Eisengehaltes im Blut. Leidet eine Schwangere an Eisenmangel, wird das Kind möglicherweise nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Wachstumsstörungen, Fehlentwicklungen oder ein Zurückbleiben in der Entwicklung können dann die Folge sein. Daher wird das Blut im Verlauf der Schwangerschaft in regelmäßigen Abständen (bei Schwangerschaftsvorsorgetermine) kontrolliert und der Hb-Wert sowie der Eisengehalt im Blut bestimmt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Leistung der Untersuchung zu 100 Prozent. Bei Privatpatienten ist eine mögliche Übernahme der Kosten abhängig von den jeweiligen vertraglichen regelungen.

Die Untersuchung

Um eine Messung des Hb-Wertes vorzunehmen, ist es notwendig, der Schwangeren Blut aus einer Vene des Armes zu entnehmen. Für die Untersuchung genügen nur wenige Milliliter Blut. Diesem wird bei der Diagnose EDTA (ein Gerinnungshemmer) zugesetzt, der dazu dient, das Blut nach der Abnahme flüssig zu halten. Durch die Zugabe bestimmter Stoffe wie Kaliumhexacyanoferrat oder Kaliumcyanid wird das Hämoglobin in braunes Hämiglobincyanid umgewandelt .Dieses kann unter Zuhilfenahme eines speziellen Instruments (Photometer) gemessen werden.

Am häufigsten dient die Ellenbeuge als Abnahmestelle. Zunächst wir der Schwangeren ein Stauschlauch oberhalb der Ellenbeuge angelegt. Dieser bewirkt, dass sich das Blut in den Venen staut und nicht mehr abfließen kann. Die Haut wird an der Punktionsstelle desinfiziert und die Vene mit einer sterilen Kanüle oder einem Butterfly (spezielle Nadel zur Blutabnahme) punktiert. Ist das Blutabnahmeröhrchen befüllt, wird die Nadel herausgezogen und die punktierte Stelle versorgt.

Die Gefahren bzw. möglichen Komplikationen bei der Blutentnahme sind gering. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Schwangeren bei der Blutabnahme schlecht wird, oder sie gar in Ohnmacht fallen. Um diesem Umstand vorzubeugen, sollten Sie nach der Entnahme einige Minuten sitzen und sich möglichst nicht ruckartig erheben.

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