Geburtsspezial - 25 Fragen zur Geburt (4)

 

Geburtsspezial - 25 Fragen zur Geburt (4)

Im dritten Teil unseres Spezials konnten Sie erfahren, ob Handys im Kreissaal zugelassen sind, was passiert, wenn die Mutter im Kreissaal hungrig wird oder auf Toilette gehen muss, warum der Partner zur Geburt nicht immer anwesend sein darf und welche Geburtsform für die werdende Mutter die Beste ist. Erfahren Sie im vierten Teil unserer Serie weitere spannende Fragen, Fakten und Antworten rund um die Geburt.

 

(16) Wird vor der Geburt ein Einlauf gemacht?

Ziel eines Einlaufes ist es, den Darm vor der Geburt soweit zu entleeren, dass bei einer spontanen oder unfreiwilligen Entleerung während der Geburt keine größeren Unterbrechungen entstehen. Ob ein Einlauf tatsächlich durchgeführt wird, liegt im Ermessensspielraum der Schwangeren und kann jederzeit entschieden werden. Sinnvoll ist ein Einlauf auf jeden Fall dann, wenn der Darm extrem voll oder verstopft ist. Denn alles was den Raum im Unterleib einengt, nimmt dem Baby auch Platz auf seinem Weg nach draußen.
 
(17) Kann mich mein Partner während der Geburt unterstützen?

Auch wenn es für den Geburtspartner schwer ist, die Ehefrau oder Freundin unter Schmerzen leiden zu sehen, so ist es doch wichtig, dass der Schwangeren eine verlässliche Vertrauensperson zur Seite steht. Denn diese kann beispielweise gut zuzureden, wenn es mit den Wehen mal nicht vorangeht, die Stirn tätscheln und die Hände streicheln oder für Essen und Trinken zu sorgen. Engagierte Geburtspartner können zudem auch kleine Massage geben, den Rücken bei Belastungen stärken, bei Lagewechseln aufhelfen oder die Verwandten nach der Geburt über die freudige Nachricht des Neuankömmlings informieren.  Am meisten helfen Geburtspartner aber, wenn Sie Ihre Nervosität und Ungeduld verbergen und sich nicht hinter einer Kamera verstecken.

(18) Können Außenstehende meine Schreie im Kreissaal hören?

Die Antwort auf die Frage ist weder so richtig mit „ja“ noch mit „nein“ zu beantworten. Denn tatsächlich hängt die Hörbarkeit Ihrer Schreie von der Stärke der Wände im Kreissaal und der Lautstärke Ihrer Stimme ab – und letztere kann im späten Verlauf der Geburt deutlich und intensiv werden. Machen Sie sich aber keine Sorgen: Auch wenn die Schreie hörbar sind, werden diese normalerweise nur das Krankenhauspersonal und die anwesenden Geburtsbegleiter verommen; dritte Personen sind viel zu weit weg. Und für Ihre Schreie gilt: Geben Sie Ihrer Lust zu Schreien nach, denn wer seinem Schmerz und Zorn nachgibt, der öffnet sich.
 
(19) Was kann ich tun, wenn die Wehen stagnieren?

Wird der Körper während der Geburt überanstrengt, muss er sich ausruhen. In dieser Zeit kann es vorkommen, dass die Wehen stagnieren und der Fortschritt der Geburt stillsteht. Hält der Vorgang über einen längeren Zeitraum an, wird zunächst versucht, die Geburt mit sanften Mitteln wieder in Gang zu bringen. Dabei helfen unter anderem anregende Bäder, Akupunktur oder Mittel der Homöopathie. Sollte der Geburtsvorgang damit nicht wieder in Schwung kommen, helfen abschließend nur noch wehenverstärkende Oxytocin-Tropfe in Zusammenhang mit einer Periduralanästhesie.

(20) Gibt es Möglichkeiten die Geburt zu beschleunigen?

Es existiert die Möglichkeiten, die Geburt durch Gabe von Prostaglandinpräparaten, Oxytocin oder Misoprostol einzuleiten. Eine Beschleunigung des Geburtsvorganges mittels Medikamenten ist jedoch unüblich und wird nur dann angewandt, wenn sich der Muttermund weniger als einen Zentimeter pro Stunde öffnet. Wesentlich besser eignen sich ohnehin Methoden, die den Geburtsvorgang natürlich unterstützen. Zu diesen zählen unter anderem die Stimulation des Muttermundes, eine regelmäßige Änderung der Geburtsposition, Aromatherapien, viel Essen und Trinken, kräftige Massagen oder Entspannung durch gleichmäßiges und ruhiges Atmen.

 

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