Glukosetoleranztest


Glukosetoleranztest

 

Experten empfehlen werdenden Müttern im Verlauf der Schwangerschaft nachdrücklich, eine Untersuchung hinsichtlich einer möglichen Schwangerschaftsdiabetes durchzuführen. Bei den meisten Frauen tritt eine Schwangerschaftsdiabetes erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte zu Tage. Bleibt sie unbehandelt beziehungsweise wird sie gar nicht erst erkannt, kann das Kind durch ein zu schnelles Wachstum ernsthafte Schäden davontragen. Zur Kontrolle einer möglichen Schwangerschaftsdiabetes sieht der Mutterpass eine Kontrolle des Urins auf Zucker (Glukose) vor. Da dieser Test jedoch nicht besonders zuverlässig ist, wird von vielen Ärzten ein zusätzlicher oraler Glukosetoleranz-Test (Zuckerbelastungstest) empfohlen.

Was ist der orale Glukosetoleranztest; wann und warum wird er durchgeführt?

Der orale Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) dient dem Nachweis einer gestörten Glukoseverwertung und ist damit ein Anzeichen für eine mögliche Schwangerschaftsdiabetes. Das Testprinzip ist so ausgelegt, dass der Körper mit Hilfe einer starken Stimulation durch aufgenommenen Zucker gereizt wird und daraufhin ein Test die Blutglukose-Regelungsfähigkeit des Körpers erfolgt. Hierzu wird in Wasser gelöste Glukose verwendet, da diese Zuckerform vom Körper am schnellsten aufgenommen wird und zu einem steilen Anstieg der Blutglukosekonzentration führt.
 

Ein einfacher Zuckerbelastungstest ermöglicht eine klare Diagnose. Damit stellt er für jede Schwangere eine klare Option dar. Die Kosten für den Test werden von einigen Kassen inzwischen übernommen. Bei einer normalen Schwangerschaft ist der orale Glukosetoleranz-Test zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche möglich. Bei Risikoschwangeren, Übergewichtigen, Schwangeren über 35 Jahren oder bei einer bereits durchlebten Diabetes während einer vorangegangenen Schwangerschaft ist eine Untersuchung im ersten Schwangerschaftsdrittel zwingend notwendig.

Ablauf des Tests

Haben Sie sich für den Test entschieden oder hat Ihr Arzt einen entsprechenden Termin angeordnet, müssen Sie am Tag des Testes nüchtern erscheinen. Nüchtern bedeutet, dass Sie:

-    10-16 Stunden vor dem Glukosetoleranztest nichts essen und trinken dürfen
-    nicht rauchen sollten
-    keinen Kaffee, Tee oder Alkohol trinken sollten
-    mindestens 14 Tage Abstand zu einer akuten Erkrankung haben
-    störende Medikamente (soweit möglich) 3 Tage vorher absetzen sollten und
-    am Tag des Tests gesund und vor ohne Fieberanzeichen sein müssen

Im Verlauf des Tests wird, wie bereits beschrieben, festgestellt, wie der Körper auf eine bestimmte Zuckermenge reagiert und wie zuverlässig er diese verarbeitet. Zu diesem Zweck wird Ihnen zunächst eine Blutprobe zur Bestimmung des „Nüchternwertes“ entnommen, dann eine Zuckerlösung verabreicht und fortfolgend in regelmäßigen Abständen Blutproben zum Vergleich entnommen. Ein normaler Test sieht folgenden Ablaufplan vor:

-    erste Blutentnahme zur Bestimmung des Nüchternwertes (ggf. auch Bestimmung von Insulin und C-Peptid)
-    orale Gabe von 75 g Glucose auf 250 bis 300 ml Wasser
-    Blutzuckermessungen nach 60 Minuten
-    Blutzuckermessungen nach 120 Minuten
-    Screening-Test auf Gestationsdiabetes

-    Bei Verdacht auf positives Testergebnis verlängert sich der Test auf 5 Stunden, da eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) erst 2-5 Stunden nach der Belastung auftreten kann
-    Blutzuckermessungen nach 180 Minuten
-    Blutzuckermessungen nach 240 Minuten
-    Blutzuckermessungen nach 300 Minuten

Was bedeuten die Zahlen/Ergebnisse?

Als Normalwerte werden gemäß den Diabetes-Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) Nüchternwerte, die unter 100 mg/dl liegen angenommen. Liegt der Nüchternwert zwischen 100 mg/dl - bis 110 mg/dl, spricht der Fachmann von einer gestörten Glukosetoleranz, bei einem Nüchternwert von 111 mg/dl oder mehr, ist eine Gestationsdiabetes wahrscheinlich.

Der Vergleichswert bei der Blutentnahme, sollte bei einer Entnahme aus der Vene unter 140 mg/dl liegen und bei Entnahme aus der Armbeuge 120 mg/dl nicht überschreiten. Eine gestörte Glukosetoleranz liegt entsprechend den Leitlinien vor, wenn bei kapillarer Blutentnahme (aus der Vene) der Wert zwischen 140-200 mg/dl und bei venöser Blutentnahme das Ergebnis zwischen 120-180 mg/dl liegt. Ein Diabetes mellitus ist wahrscheinlich, wenn der Blutzuckerspiegel nach zwei Stunden bei kapillarer Blutentnahme über 200 mg/dl und bei venöser Blutentnahme über 180 mg/dl liegt.

Welche Gefahren bestehen für Mutter und Kind (bei vorliegender Gestationsdiabetes)

Für die werdende Mutter sind die Symptome einer Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) nicht so eindeutig, wie die Symptome bei einer „echten“ Diabetes mellitus. Häufig sind daher Infektionen der Genitalien (bspw. Scheidenentzündungen oder Harnwegsinfektion), erhöhter Blutdruck (Hypertonie) oder eine erhöhte Menge an Fruchtwasser zu beobachten.

In Folge der Schwangerschaftsdiabetes der Mutter kann das Kind zu einem zu schnellen Wachstum, der sogenannten Makrosomie, neigen. Weitere Folgeerkankungen können unter anderem ein vergrößertes aber nicht vollständig leistungsfähiges Herz, unreife innere Organe, erhöhte Bilirubinwerte im Blut, Blutbildungen außerhalb des Knochenmarks, ein niedriger Blutzuckerspiegel oder aber Calciummangel im Blut des Kindes sein. Generell ist die Sterblichkeit des Ungeborenen bei einer nicht behandelten Schwangerschaftsdiabetes durch krankhafte Veränderungen der Plazenta (Mutterkuchen) und dadurch bedingt Unterversorgung des Neugeborenen (Plazentainsuffizienz) erhöht.

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