Dammschnitt

 

Dammschnitt - was Sie wissen sollten

Ein Dammschnitt wird durchgeführt, wenn das Ungeborene im Verlauf der Geburt zu wenig Platz für den Austritt durch den Beckenboden hat oder sonstige Komplikationen für Mutter oder Kind zu erwarten sind. Was der Dammschnitt ist, wie er durchgeführt wird, welche Vor- und Nachteile er aufweist und welche Folgen für den Sex entstehen, haben wir nachfolgend aufgelistet.

 

Was ist ein Dammschnitt?

Der Dammschnitt wird medizinisch Episiotomie genannt und bezeichnet das Einschneiden des Dammes der Frau während der Geburt. Ziel des Dammschnittes ist es, die Dauer der Geburt zu verkürzen um dadurch die Gefahr möglicher Komplikationen für das Ungeborenen zu verringern.
 
Bei einem Dammschnitt wird der Damm, also das Muskelgewebe zwischen der Vagina und dem After der Frau, mittels einer Schere eingeschnitten. Der Schnitt erfolgt unter lokaler Betäubung und wird entweder median durchgeführt (indem entlang der Mittellinie auf den After zugeschnitten wird); mediolateral vorgenommen (wobei ausgehend vom Mittelpunkt im 45 Grad Winkel geschnitten wird) oder erfolgt lateral (wobei auch im 45 Grad Winkel geschnitten wird, der Anfangspunkt allerdings zwei Zentimeter vom Mittepunkt versetzt liegt).

Ähnlich wie der Dammschnitt ist auch ein Dammriss zu betrachten. Bei diesem reißt das Gewebe zwischen Vagina und After normalerweise an der dünnsten Stelle (Sollbruchstelle). Im Gegensatz zum Dammschnitt ist bei einem Dammriss oft viel weniger Muskelgewebe betroffen, sodass ein Dammriss normalerweise schneller verheilt. Zudem ist ein spontan eintretender Dammriss für die werdende Mutter oft weniger schmerzhaft.
 
Wann wird ein Dammschnitt durchgeführt?

Ein Dammschnitt kommt vorrangig zur Anwendung, wenn der Geburtskanal zu eng für den Kopf des Ungeborenen ist. Die Hebamme oder der zuständige Arzt kann einen Dammschnitt aber auch anordnen, wenn ein Dammriss droht, die Weichteile um den Damm besonders straff sind, es sich bei der Geburt um eine Frühgeburt handelt, die Entbindung in Beckenendlage stattfindet oder deutliche Anzeichen für eine Gefahr des Kindes vorliegen.

Vor- und Nachteile eines Dammschnittes

 

Wurde ein Dammschnitt früher noch bei fast jeder Geburt durchgeführt und als normale Maßnahme angesehen, so hat sich das Bild heutzutage geändert. Denn Dammschnitte werden nur noch selten durchgeführt, meist nur noch dann, wenn das Ungeborene im Geburtskanal in Not gerät. Hebammen beispielsweise bevorzugen es, einen Dammschnitt auf Grund der schlechten Heilung und der Schmerzen nach der Geburt zu vermeiden. Inzwischen sind Mediziner sogar der Meinung, dass ein Dammriss die bessere Alternative zum Dammschnitt ist.
 
Vorteile bietet der Dammschnitt lediglich, weil er die Geburtsdauer verkürzt und dem Kind im Komplikationsfall höhere Überlebenschancen einräumt. Dem entgegen stehen jedoch eine schlechte Heilung der Wunde nach der Geburt, mögliche Folgebeeinträchtigungen im Scheiden- und Afterbereich sowie die Möglichkeit einer späteren Gebärmutter- bzw. Scheidensenkung.

Dammschnitt und Sex

Da die Heilungsdauer der Schnittwunde extrem variieren kann, sollte zwischen dem Dammschnitt und dem nächsten Sex ein gewisser Zeitraum gelassen werden. So kann die Naht bei manchen Frauen schon nach drei Tagen verheilt sein und der Sex kurz darauf erfolgen während die Heilung bei anderen Frauen mehrere Monate dauern kann. Aus diesem Grund empfehlen Frauenärzte auf das eigene „Bauchgefühl“ zu hören und erst Sex zu machen, wenn die Frau seelisch bereit dazu ist. Meist ist es aber so, dass die Lust von selbst kurz nach der Heilung der Naht wieder einsetzt. Experten empfehlen aber mindestens mit dem Sex zu warten, bis der Wochenfluss vollständig beendet ist.

 

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