Wehen

 

Wehen – was Sie darüber wissen sollten

Gerade zum Ende der Schwangerschaft warten Schwangere meist sehnsüchtig darauf, dass die Geburt los geht und das Kind das Licht der Welt erblickt. Nicht nur das der Bauch kugelrund ist und jede Bewegung sichtlich schwer fällt: Oft drückt, zwickt und zieht es spürbar an jeder Ecke im Bauch – ein typisches Anzeichen, dass die bevorstehenden Wehen ankündigt. Was die Wehen jedoch sind, welche unterschiedlichen Arten es gibt und welche Informationen darüber hinaus von Interesse sind, können Sie nachfolgend lesen.

 

Was sind Wehen?

Als Wehen bezeichnen Mediziner Muskelkontraktion der Gebärmutter, die einen direkten Einfluss auf die Geburt des Kindes haben. Als Muskelkontraktionen gelten in diesem Zusammenhang auch Bewegungen, die eine Öffnung oder Verkürzung des Gebärmutterhalses zur Folge haben oder das ungeborene Kind in Richtung Beckenboden schieben.

Wehen treten immer rhythmisch auf, sind klar gegeneinander abgegrenzt und nehmen im Verlauf der Geburt an Stärke und Frequenz zu. Während der Geburt erfolgt die Kontrolle der Wehentätigkeit mittels Anschluss der Mutter an einen Tokographen (drucksensibles Gerät, umgangssprachlich auch Wehenschreiber genannt) oder per Abtastung des Bauches mit den Händen. Zusätzlich wird in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle der Herztöne mittels Carditokographen (CTG) oder Dopton vorgenommen.
 
Warum Wehen zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst werden oder gar vorzeitig entstehen, kann die Forschung bis dato nicht erklären. Bekannt ist jedoch die Funktion des Hormons Oxytocin, dass die Wehentätigkeit fördert und dementsprechend bei Wehenschwäche als therapeutisches Mittel eingesetzt wird.

Wehenarten

Auf Grund der unterschiedliche Stärke und Dauer der Wehen sowie dem Zeitpunkt des Auftretens werden Wehen in Kategorien unterteilt. Welche genau das sind, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Übungswehen:
 

Übungswehen sind in der Regel die ersten Wehen, die die werdende Mutter während der Schwangerschaft erfährt. Übungswehen werden auch als Braxton-Hicks-Kontraktion bezeichnet und treten ab 25. Schwangerschaftswoche auf. Bei moderaten Schmerzen halten sie normalerweise nicht länger als 1 Minute an und gehen erst gegen Ende der der 35. Schwangerschaftswoche zu Vorwehen über.

vorzeitige Wehen:

Vorzeitige Wehen sind nur schwer von Übungswehen abzugrenzen, gestalten sich in der Regel aber schmerzhafter und langanhaltender als Ihr Pendant. Treten vorzeitige Wehen vor der 36. Schwangerschaftswoche auf, können sie zu einer Frühgeburt führen und können nur mittels Gabe von Wehenhemmern wie Tokolytika gemindert oder beendet werden.

Vorwehen:

Vorwehen treten in unregelmäßigen Abständen auf und können unterschiedlich schmerzhaft sein. Normalerweise treten Vorwehen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf und dienen dazu, das ungeborene Kind in das Becken der Mutter zu schieben. Aus diesem Grund werden Vorwehen auch als Senkwehen bezeichnet.

Eröffnungswehen:

Eröffnungswehen schließen direkt an die Vorwehen an und läuten die Geburt faktisch ein. Eröffnungswehen kehren in regelmäßigen Abständen wieder und nehmen an Stärke und Häufigkeit zu. Im Rahmen der Eröffnungsphase weitet sich der Muttermund, bis er eine durchschnittliche Breite von zehn Zentimetern erreicht hat.

Presswehen:

Presswehen sind wohl der schmerzhafteste Teil der Geburt, denn sie dienen dazu, das Kind durch die Scheide zu schieben. Als Presswehen wird diese Wehen bezeichnet, weil die werdende Mutter die Geburt des Kindes durch starkes Pressen unterstützt.
 
Nachgeburtswehen:

Nachgeburtswehen sind Wehen, die erst nach der eigentlichen Geburt des Kindes auftreten. Sie treten meistens innerhalb eines Zeitraumes von 30 Minuten nach der Geburt auf, können sich aber bis einige Tage nach der Geburt erstrecken. Nachgeburtswehen unterstützen den Körper einerseits bei der Ablösung und Ausstoßung der Plazenta (kurz nach der Geburt) und andererseits bei der Rückbildung der Gebärmutter und Blutstillung (im Wochenbett).
 
Zusätzliche Informationen

Neben der Unterscheidung der Wehenarten, ist es für Sie als werdende Mutter nützlich, Erfahrungswerte aus der Praxis zu kennen. Aus diesem Grund haben wir nachfolgend eine kleine Liste nützlicher Informationen zusammengestellt:

Zu Beginn der Wehen können Pausen von bis zu 20 Minuten auftreten. Von da an werden die Abstände jedoch stetig geringer.

Wehen, die die Geburt ankündigen, dauern in der Regel länger als 30 Sekunden (normalerweise zwischen 45 und 55 Sekunden) und kehren in regelmäßigen Abständen wieder.

Ab einem Abstand von 5 Minuten zwischen den Wehen und einer Mindestdauer der Wehentätigkeit von etwa 25 Minuten steht die Geburt wahrscheinlich unmittelbar bevor.

Durch Senkwehen, die das ungeborene Kind in das Becken der Mutter schieben, wird das Zwerchfell entlastet. Werdende Mütter können dadurch wieder leichter atmen und mehr Kraft für die folgenden Eröffnungs- und Presswehen sammeln.

Erst wenn Kontraktionen regelmäßig wiederkehren und durch Schmerzen begleitet sind, handelt es sich um Anzeichen, die auf eine kurz bevorstehende Geburt hinweisen.
 
Eröffnungswehen kommen nie ruckartig. Vielmehr kennzeichnet sie eine rhythmische Spannung der Muskulatur, die sich im oberen Bereich der Gebärmutter aufbaut und anschließend wellenförmig nach unten bis zum Muttermund ausbreitet.
 
Auf dem Höhepunkt einer Wehe ist der gesamte Gebärmuttermuskel vollständig gespannt. Erst ein Nachlassen der Spannung wird als „verebben der Wehe“ wahrgenommen. Der Abbau der Entspannung verläuft dabei von unten nach oben.

 

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