Gestose in der Schwangerschaft


Gestose in der Schwangerschaft

 

Erkrankungen in der Schwangerschaft gibt es viele. Gestose ist hierbei eine oft genannte, jedoch meist missverstandene Erkrankung. Denn Gestose, früher auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, beschreibt ein Krankheitsbild, das nur in der Schwangerschaft auftritt und Ärzten sowie Wissenschaftlern auch nach mehr als einhundert Jahren Forschung noch immer ein Rätsel aufgibt.

 

Was ist Gestose?

 

Über viele Jahre hinweg stand der Begriff Gestose für ein spezielles, vom Körper produziertes Gift, das als Auslöser für eine Vielzahl von Schwangerschaftserkrankungen (Schwangerschaftsvergiftung) galt. Zum Glück ist die Ansicht veraltet und wissenschaftlich aufgearbeitet. 

 

Heutzutage benutzen Mediziner Gestose als Oberbegriff für alle schwangerschaftsbedingten Krankheiten, deren Ursachen nicht eindeutig zuordenbar oder weitgehend unklar sind. Gestosen werden nach ihrem zeitlichen Auftreten in Frühgestosen und Spätgestosen unterschieden. 

 

Frühgestosen treten gehäuft im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) auf, wobei ein Teil der Erkrankungen mit Begleiterscheinungen wie Hyperemesis gravidarum (Schwangerschaftserbrechen) oder Ptyalismus (vermehrtem Speichelfluss) verbunden ist. Spätgestosen wiederum treten im letzten Drittel der Schwangerschaft auf. Typische Begleiterscheinungen sind an dieser Stelle Präeklampsie oder das HELLP-Syndrom (Blutzerfall, erhöhte Leberwerte, nachlassende Blutgerinnung).

 

Symptome einer Gestose 

 

Kennzeichnend für alles Gestosen ist eine allgemeine Verengung des Blutgefäßsystems. In Folge der mangelhaften Durchblutung kann zu einer anhaltenden Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff kommen, wodurch eine Beeinträchtigung der Organe oder eine Schädigung des Gewebes bzw. eine Einschränkung deren Funktionen entstehen kann. Eine solche Verengung des Blutgefäßsystems ist unter anderem mit Symptomen wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen oder Schwindel verbunden.

 

Ein weiteres Symptom ist das sogenannte HELLP-Syndrom. Bei diesem kommt es zu einem Nachlassen der Leberfunktion, wodurch beispielsweise Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit oder vermehrter Durchfall entstehen. HELLP kann sich in vereinzelten Fällen binnen weniger Stunden voll ausprägen. Für eine genaue Diagnostik ist deswegen eine Überprüfung der Leberwerte im Labor notwendig.  

 

Eklampsie ist ein weiteres Symptom und eine schwerere Form der Gestose. Gewöhnlich tritt eine Eklampsie nicht ohne entsprechende Vorgeschichte auf. Meist sind Patientinnen im Vorfeld von Bluthochdruck, Wassereinlagerungen oder Eiweißausscheidungen im Harn (Proteinurie) betroffen. Eklampsie kann zu Krämpfen mit oder ohne Bewusstseinsverlust führen. Da Betroffene jedoch ärztlich überwacht werden, kommen Krankheitsverläufe mit Gefährdungen für das Leben von Mutter und Kind nur selten vor.

 

Früherkennung

 

Dank einer gründlichen Schwangerschaftsvorsorge kann eine Gestose bereits im frühen Stadium erkannt werden. Insbesondere durch eine konsequente Kontrolle des Blutdrucks und der Urinwerte sowie eine ärztliche Beurteilung von Wassereinlagerungen während der Vorsorgeuntersuchungen ist eine lückenlose Kontrolle und frühzeitige Diagnose möglich. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft an Bluthochdruck litten, werden dabei genauestens untersucht. Ähnliche Maßnahmen gelten für Frauen mit Nieren- oder Lebererkrankungen, Diabetikerinnen, Erstgebärende und werdende Mütter von Mehrlingen. 

 

Erfolgreiche Behandlung

 

Für den Erfolg einer ärztlichen Behandlung der Gestose sind Ruhe, ein stressfreies Umfeld und generelle Schonung wichtig. Konsequenterweise suchen werdende Mütter Bettruhe, vermeiden jedweden Stress und lassen sich bestenfalls von der beruflichen Arbeit befreien.

 

Ein No-Go für betroffenen Frauen sind die empfohlenen Obst-und-Reis-Tage, alle Maßnahmen, die mit einer flüssigkeits- und salzarmen Ernährung verbunden sind und alle Kuren, die zu einer Entwässerung des Körpers führen. Denn mit einer Entwässerung des Körpers dickt das Blut ein. Die Folge ist eine Verschlechterung des Krankheitsbildes. Sollten Zweifel an einer Maßnahme bestehen, ist es immer ratsam, einen Arzt oder die Hebamme zu konsultieren.

 

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