Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft


Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft

 

Viele Frauen erleben die Schwangerschaft als eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Zugleich ist die Schwangerschaft aber die Zeit, in der sich die werdende Mutter auf den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt vorbereitet. Bis zur Geburt vergehen jedoch noch 40 Wochen voller Erlebnisse, Erfahrungen sowie Höhen und Tiefen. Zu den Tiefs der Schwangerschaft gehören vor allem die unangenehmen Beschwerden. Rückenschmerzen sind auf der Liste der Beschwerden besonders häufig vertreten, denn infolge des wachsenden Bauchumfangs und der Gewichtszunahme werden Rückenprobleme sehr wahrscheinlich. 

 

Was sind Rückenschmerzen?

 

Als Rückenschmerzen bezeichnen Mediziner alle mehr oder minder starken, von der Ursache unabhängige Schmerzen im Bereich des Rückens. Fachsprachlich werden Schmerzen im Rückenbereich in die Gebiete Lumbalgie bzw. Lumbago (Lendenwirbelsäule/Kreuzschmerzen), Dorsalgie (unspezifisch Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule) und Cervicalgie (Schmerzen der Halswirbelsäule) untergliedert. Teilweise sind die Schmerzen nicht lokal begrenzt und können auf angrenzenden Extremitäten ausstrahlen. Je nach Dauer der Rückenschmerzen werden diese in akute Rückenschmerzen (weniger als 6 Wochen), subakute Rückenschmerzen (6 bis 12 Wochen) und chronische Rückenschmerzen (mehr als 12 Wochen) unterteilt.

 

Rückenschmerzen in der frühen Schwangerschaft

 

Rückenschmerzen während der Schwangerschaft können auf Grund unterschiedlicher Ursachen entstehen. Grob skizziert lassen sich die Schmerzen in echte Rückenschmerzen und Beckenschmerzen unterteilen. Echte Rückenschmerzen werden durch Überdehnungen, Muskelschwäche oder Muskelermüdung, falsche Hebetechniken oder eine mangelhafte Haltung  verursacht. Beckenschmerzen wiederum entstehen auf Grund des Gewichts des Kindes oder durch Druck des Kindes auf die Beckengegend. 

 

Rückenschmerzen in der frühen Schwangerschaft stehen nicht in direktem Zusammenhang mit den angeführten Ursachen. Vielmehr liegt die Ursache für Rückenprobleme in der Umstellung des Hormonhaushaltes während der Frühschwangerschaft begründet. Insbesondere die verstärkte Ausschüttung des Hormons Progesteron führt dabei zu schmerzhaften Folgen. Denn Progesteron „lockert“ die Gelenke, Bänder und Sehnen. Ziel der Auflockerung ist es, dem Kind die Geburt zu erleichtern indem sich der enge Geburtskanal weiter „dehnen“ lässt. Infolge der Auflockerung im Beckenbereich können beispielsweise Stabilitätsprobleme der Wirbelsäule auftreten, die insbesondere Schmerzen im Bereich des Beckens verursachen.

 

Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft können zudem entstehen, wenn die Gebärmutter nach hinten abknickt, die Gebärmutter wächst, eine Eileiter- oder Gebärmutterhalsschwangerschaft vorliegt oder eine Fehlgeburt droht. In letzteren Fällen sind die Rückenschmerzen oft unerträglich und meist mit Krämpfen gepaart. Ein Besuch beim Gynäkologen oder eine Einweisung in eine Klinik wird in solchen Fällen unausweichlich.

 

Was bei Rückenschmerzen hilft

 

Bei Rückenschmerzen können eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen werden. So helfen beispielsweise Massagen am unteren Rücken, um müde oder schmerzende Muskeln wieder in Schwung zu bringen. Ein warmes Bad, ein warme Dusche, Schwitzpackungen oder die Versorgung betroffener Stellen mit Wärme dienen zudem der Entspannung und helfen hervorragend bei der Linderung von Rückenproblem. Das Tragen eines Stützgürtels kann darüber hinaus die Bauch- und Rückenmuskeln entlasten, indem er einen Teil des Baby-Gewichtes abnimmt.

 

Weiterhin unterstützen Stützkissen die Liegeposition, sie entlasten die Wirbelsäule und tragen zu einer Linderung der Rückenschmerzen bei. Ein keilförmiges Kissen für den geruhsamen Schlaf auf dem Bauch kann hierbei ähnliche Effekte erzielen. Bei Schmerzen am/über dem Steißbein helfen darüber hinaus weiche Kissen oder Polsterringe einen besseren Sitzkomfort zu erreichen. Beide verhindern ein Zusammensacken beim Sitzen und minder eventuelle Rückenprobleme auf Grund des gekrümmten Rückens.

 

Das Beste Mittel um Rückenschmerzen vorzubeugen ist noch immer ausreichend Bewegung. Gerade maßvoller Sport mit gezielten Übungen für die Gelenke und Bänder oder zur allgemeinen Stärkung der Beckenmuskulatur wirkt dabei oft Wunder. Durch regelmäßige Schwangerschaftsgymnastik können zudem Fehlhaltungen vermieden und die richtige Körperhaltung gefördert werden. Besonders geeignet für die körperliche Ertüchtigung sind im Übrigen Sportarten wie Yoga, Schwimmen oder Gymnastik (die auch im Wasser erfolgen kann). 

 

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