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Fischer-Score

Der Fischer-Score, benannt nach Wolfgang M. Fischer, beschreibt ein Scoring-System zur Beurteilung der kindlichen Herzfrequenz. Der Fischer-Score wird unter Zuhilfenahme eines Kardiotokographen (engl. CTG) kurz vor oder während der Geburt ermittelt. Ähnlich wie beim Apgar-Score handelt es sich auch beim Fischer-Score um ein Punkteschema, durch das der klinische Zustand eines Neugeborenen beurteilt werden kann.

Im Rahmen der Ermittlung des Fischer-Scores wird eine Punktzahl zwischen 0 bis 10 Punkten ermittelt. Je niedriger die Punktzahl dabei ausfällt, desto wahrscheinlicher ist eine Gefährdung des Kindes. Zur Bewertung werden die folgenden Qualitäten herangezogen: Basalfrequenz (mittlere fetale Herzfrequenz; Normwert von 120-150 Schäge/Min.), Bandbreite (Beschleunigungen der fetalen Herzfrequenz; Normwert um 10-15 Schläge/min. für 10-30 Sek.), Nulldurchgänge (wie oft durchschreitet der fetale Herzschlag die Basalfrequenz; Normwert >6), Akzelerationen (gelegentlicher sprunghafter Anstieg der fetalen Herzfrequenz; Normwert: sporadisch), Dezelerationen (Abfälle der fetalen Herzfrequenz; Normwert: keine Dezelerationen). Für jede Qualität wird ein Punktwert (0, 1 oder 2) ermittelt; die Summe ergibt den abschließenden Fischer-Score.

 

 

Fötus

Als Fötus (vom lateinischen fetus = „Nachkommenschaft, Brut“) bezeichnen Mediziner einen Embryo, dessen Ausbildung der inneren Organe abgeschlossen ist. Unter Embryo wiederum wird eine frühe Form der Entwicklung des Kindes verstanden, während der die Zelldifferenzierung und grundlegende Organanlage stattfindet.
 
Medizinisch gesehen ist die Embryonalphase nach der elften Schwangerschaftswoche abgeschlossen. Ab der zwölften Schwangerschaftswoche erhält das Kind die Bezeichnung Fötus (bzw. Fetus).

Die wissenschaftliche Betrachtung unterscheidet im Rahmen der Entwicklung des Ungeborenen mehrere Stadien. Die dafür festgelegten Eckdaten gelten dabei als Richtwerte und können sich je nach individuellem Entwicklungsfortschritt des Kindes unterscheiden. Folgende nennenswerte Grobabschnitte durchläuft das Ungeborene:

 

• 1. - 11. SSW    -> Bezeichnung des Kindes als Embryo
• 5. - 8. SSW    -> Ausbildung der Organe
• ab 12. SSW    -> Bezeichnung als Fötus
• ab 14. SSW    -> Fötus nimmt menschliche Gestalt an
• ab 15. SSW    -> Geschlechtsbestimmung möglich
• ab 18. SSW    -> Entwicklung Verdauungstankt und Geschmacksknospen
• an 19.SSW    -> Fötus schluckt Fruchtwasser
• ab 19. SSW    -> erste Bewegungen werden spürbar
• ab 20. SSW    -> Entwicklung der Iris
• ab 20. SSW    -> Anlage der Großhirnrinde
• ab 24. SSW    -> Entwicklung on Lungenbläschen (ab diesem Zeitpunkt ist eine Neugeborenes theoretisch lebensfähig)
• ab 25. SSW    -> Ausbildung von Innen- und Mittelohr
• ab 26. SSW    -> Fötus erkennt die Stimme der Mutter
• ab 27. SSW    -> Entwicklung der Augenlider
• ab 30. SSW    -> Lungenbläschen bilden Surfactant (ermöglicht selbstständiges Atmen)
• ab 32. SSW    -> Ausbildung des Saugreflexes
• ab 33. SSW    -> Ausbildung von Hoden und Hodensack
• bis Geburt    -> weitere Lungenreife

 

 

 

Fruchtwasser

Als Fruchtwasser oder Amnionflüssigkeit wird die klare, wässrige Körperflüssigkeit bezeichnet, welche die Fruchthöhle (Amnionhöhle) einer schwangeren Frau füllt. Die Bildung des Fruchtwassers findet regelmäßig ab der 2. Schwangerschaftswoche statt und umgibt den Fötus bis zur 5. Schwangerschaftswoche vollständig. Ebenso wie das ungeborene Kind gehört auch das Fruchtwasser nicht zum mütterlichen Gewebe und wird deshalb separat betrachtet.

Verläuft die Schwangerschaft normal, wird das Fruchtwasser üblichrweise in einem Zyklus von drei Stunden erneuert. Notwendig wird dieser Vorgang, da der Fötus einerseits einen Teil des Fruchtwassers trinkt, andererseits aber auch seinen Urin und den Darminhalt in die Flüssigkeit entleert. Würde der mütterliche Körper einen Teil der Giftstoffe nicht über den plazentaren Kreislauf resorbieren und der Fötus einen weiteren Teil nicht via trinken im eigenen Verdauungstrakt verarbeiten, könnten ernsthafte Schäden die Folge sein.

Für die Entwicklung des Fötus ist die Menge des Fruchtwassers daher von zentraler Bedeutung. Föten, die in einer Umgebung mit zu wenig Fruchtwasser heranwachsen, laufen Gefahr, mit Fehlbildungen des Schädels und des Gesichts zur Welt zu kommen. Föten, deren Fruchtblase zu viel Fruchtwasser enthält, laufen wiederum Gefahr, eine Behinderung der Magen-Darm-Passage auszubilden oder eine verminderte Plazentaversorgung zu erleiden.

 

 

Folsäure

Folsäure, vom lateinischen Wort folium (Blatt) abgeleitet, ist ein wasserlösliches Vitamin, das auch unter der Bezeichnung Folat, Vitamin B9, Vitamin M oder Vitamin B11 Verbreitung findet. Folsäure ist insbesondere für die Schwangerschaft wichtig, da es als einerseits als Transportprotein Schlüsselfunktionen im menschlichen Organismus einnimmt und andererseits zur Blutbildung beiträgt, die Zellteilung unterstützt und die Entwicklung der Organe des Ungeborenen fördert.

Folsäure ist für den menschlichen Körper essenziell und kann durch diesen nicht selbst hergestellt werden. Aus diesem Grund muss der tägliche Bedarf über die Nahrung aufgenommen werden. Da Folsäure extrem licht-, wasser- und temperaturempfindlich ist, sollten Lebensmittel nicht zu intensiv gewässert, zu lange gelagert oder zu heiß gekocht werden.

Der Folsäurebedarf ist besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erhöht und beträgt durchschnittlich rund 500 – 600 µg pro Tag. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (ab der 13. -16. SSW) sinkt der Bedarf und pegelt sich auf rund 400 µg ein. Zur Deckung des Bedarfes empfehlen Mediziner vor der Schwangerschaft und im ersten Schwangerschaftsdrittel die Einnahme von Folsäurepräparaten, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ist eine zusätzliche Versorgung nicht mehr notwendig. Welche Mengen genau benötigt werden, sollte ein klärendes Gespräch mit dem zuständigen Arzt ergeben.

 

 

Fertilität

Als Fertilität oder auch Fruchtbarkeit bezeichnen Mediziner die Fähigkeit von Organismen, Nachkommen der eigenen Art (sogenannte Früchte) zu zeugen. Beim Menschen bezeichnet die Fertilität dementsprechend die Fruchtbarkeit von Mann und Frau. Wird ein Paar nicht schwanger, sprechen Mediziner von Unfruchtbarkeit; bei Paaren, die nach dem ersten Kind keine weiteren Nachkommen mehr zeugen können von einer sekundären Unfruchtbarkeit.

Die Fruchtbarkeit des Menschen kann von unterschiedlichen Einflüssen beeinträchtigt werden. So tragen beispielsweise Krankheiten in der Vorgeschichte des Mannes oder Frau, (Umwelt)-Gifte wie Blei, Nikotin, Alkohol oder chronische Organschäden zu einer maßgeblichen Reduzierung der Fruchtbarkeit bei. Darüber hinaus können auch Gründe in der körperlichen Konstitution der Frau als Ursache gelten. Die häufigsten Diagnosen lauten dabei: unterbliebener Eisprung, eine Erkrankung oder ein Verschluss des Eileiters, eine unterbliebene Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter oder ein verengter Gebärmutterhals, der die initiale Befruchtung erschwert.

 

Follikel

Follikel ist ein Begriff aus der mikroskopischen Anatomie und wird als Synonym für bläschenförmige Hohlraumstrukturen oder Zellzusammenschlüsse genutzt. Follikel ist dabei der Oberbegriff für eine Reihe von Untergattungen, zu denen unter anderem Schilddrüsenfollikel, Haarfollikel, Lymphfollikel oder Zungenfollikel gehören.

Im Bereich der Reproduktionsmedizin beziehungsweise im Zuge der Schwangerschaft kommt der Begriff Ovarialfollikel zur Anwendung. Unter Ovarialfollikel (Eibläschen) verstehen Mediziner dabei eine Einheit aus einer Eizelle und der sie umgebenden Hilfszellen (Follikelepithelzellen, zwei Bindegewebsschichten) im Eierstock.

 

Damit eine zur Befruchtung geeignete Eizelle im Eierstock heranreifen kann, muss der Ovarialfollikel mehrere Reifungsstufen durchlaufen. Diese werden durch das Hormon FSH (follikelsteuerndes Hormon) gesteuert und in die Stufen Primärfollikel (entstehen aus vorhandenen Primordialfollikeln), Sekundärfollikel (Eizelle mit Eihülle), Tertiärfollikel (Eizelle mit Follikelhöhle) sowie Graaf-Follikel (sprungreife Eizelle) unterschieden.

Im Zuge der Ovulation (des Eisprungs) wird die sprungreife Eizelle aus dem Follikel ausgestoßen und kann seine Wanderung durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter beginnen. Findet während der Wanderung eine Befruchtung der Eizelle statt, steht einer Schwangerschaft nichts im Wege.

 

 

 

Fruchtblase

Die Fruchtblase, eine mit Fruchtwasser gefüllte Embryonalhülle, ist der Lebensraum, in dem das Baby bis zur Geburt heranwächst. Die Fruchtblase bildet sich während der achten Schwangerschaftswoche und umschließt den Embryo bis zum Anfang der neunten Schwangerschaftswoche vollständig. Das in der Fruchtblase enthaltene Fruchtwasser (Aminoflüssigkeit) ist eine klare und wässrige Lösung, die zum einen aus Blutbestandteilen der Mutter und andererseits aus Flüssigkeiten besteht, die das Kind über die Nabelschnur, die Lunge oder die Nieren abgibt.
 
Da die Fruchtblase eine elastische Hülle besitzt und nahezu die komplette Gebärmutter auskleidet, übernimmt sie während zunächst eine Schutzfunktion, indem sie das Ungeborene vor Stößen und starkem Lärm schützt. Ebenso ermöglich die Fruchtblase ein Schweben des Ungeborenen, was diesem in der Entwicklungsphase bis zur 20. Schwangerschaftswoche einen Bewegungsspielraum zum Training der Gliedmaßen und Organe einräumt. Darüber hinaus dient das Fruchtwasser zu einer Reihe von medizinischen Untersuchungszwecken, die wiederum Hinweise auf den Gesundheitszustand, aber auch auf mögliche Erkrankungen des Ungeborenen erbringen.

 

 

Fundusstand

„Fundus“ ist ein medizinischer Begriff der Anatomie und bezeichnet den Grund beziehungsweise den Boden eines Hohlorgans, eine röhrenförmige Struktur oder eine Rinne. Im Zusammenhang mit der Schwangerschaft wird der Begriff Fundus für den obersten Punkt der Gebärmutter genutzt. Während einer Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung wiederum wird der Fundusstands, also der Abstand zwischen Schambein oder Rippenbogen und dem obersten Rand der Gebärmutter, bestimmt. Der Fundusstand wird dabei mit den Fingern ermittelt und in der Maßeinheit „Querfinger“ angegeben (Rb/3 bedeutet beispielsweise drei Querfinger unterhalb des Rippenbogens).

Durch die Beurteilung des Fundusstandes ist es der Hebamme oder dem Arzt möglich, Aussagen über das Wachstum der Gebärmutter, das Wachstum des Babys und den Verlauf der Schwangerschaft abzuleiten. Nach der Geburt dient der Fundusstand der Beurteilung der Rückbildung der Gebärmutter im Wochenbett.

 

 

Femurlänge
 
Die Femurlänge ist das Resultat der Fetometrie, des Ausmessens des Fötus im Mutterleib mithilfe technischer Unterstützung (medizinischen Ultraschalldiagnostik). Die Erfassung der Femurlänge ist ein Teil der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen (Pränataldiagnostik) und steht üblicherweise zwischen der 18. Schwangerschaftswoche und 22. Schwangerschaftswoche an, kann aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt erfolgen.
 
Die Femurlänge (im Mutterpass mit Fe/FL abgekürzt) beschreibt dabei die Länge des Oberschenkelknochens des Babys. Wie auch bei der Bestimmung des Kopfdurchmessers oder der Scheitel-Steiß-Länge kann der Gynäkologe aus dem ermittelten Wert ableiten, ob sich das Baby zeitgerecht entwickelt, Fehlbildungen vorliegen oder Krankheiten in Aussicht stehen. Im Unterschied zu vielen anderen Messwerten lässt sich mit der Femurlänge sogar bestimmen, ob eventuelle Chromosomenstörungen wie das Down-Syndrom vorliegen.
Die Messung der Femurlänge kommt immer dann zum Einsatz, wenn das Kind aufgrund seiner Lage oder Größe mit üblichen Methoden nicht mehr vermessen werden kann. Um zu bestimmen, wie groß das Baby wirklich ist, muss die Femurlänge mit dem Faktor 7 multipliziert werden. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie dafür entsprechende Durchschnittswerte. 
 
SSW Durchschnitt in mm
12 8
13 11
14 14
15 17
16 20
17 23
18 25
19 29
20 31
21 34
22 36
23 39
24 42
25 44
26 47
27 49
28 52
29 54
30 56
31 59
32 61
33 63
34 65
35 67
36 68
37 70
38 71
39 73
40 74